Reise Ostern 2019

Ostern 2019 – Eine Probereise im Minicamper

Vom 15. April bis zum 25. April werde ich in einem Minicamper meine erste Reise nach Frankreich machen und hier berichten.


Erster Tag (15.04.): Wälder, Gräber und Felder

Strecke: Lemiers-Holset (🇳🇱) bis Troyes (🇫🇷), via Belgien (🇧🇪).

Kurz nach 6 bin ich aufgestanden. Draußen 1 Grad.

Kaffee getrunken. Meine Medikamente eingenommen. Gewaschen, rasiert und nun erfolgt die Endbefüllung von Carl. Kurz vor 8 ging es los. Was jetzt nicht in Carl verstaut ist, aber eventuell nötig wäre, nun zu spät.

Es ging, wer ahnt es nicht, übers Niemandsland (Neutral-Moresnet) weit in die belgischen Ardennen.

asjsoUpcSQyZZZT+GE+rAQHierzu gibt es einen Lesetipp. Klicke auf das Bild!

Temperatur steigt nicht. Fällt sogar. Schnee. Ich bin echt bekloppt auf Campingtour mit Carl zu gehen.

Nach dem Niemandsland geht es auf einmal an die Maas, oder hier besser Meuse. Und was macht man mit Getreide, Hopfen und Wasser? Jupiler! Prost!

Kalt, kalt kalt. Fast immer nur ein Grad über Null. Gefrühstückt wird standesgemäß im Auto. Draußen geht einfach nicht. Soll ich umkehren?

Es ist eine sehr besondere Strecke, wenn man statt Autobahn die Landstraße nimmt. Überall ein Gedenken an all die Toten, die für unsere Befreiung vom Nationalsozialismus ihr Leben her geben mussten. In diesem Fall, kurz hinter Liège in Neuville-en-Condroz. Ein amerikanischer Ehrenfriedhof für die Gefallenen aus dem zweiten Weltkrieg.

Amerikanische Kriegsgräberstätten „strahlen“ immer, als…

… ginge es mehr um ihr Land, als um die die dort begrabenen Soldaten. Ist halt mein Eindruck.

Voilà, France ich bin da!

Zuerst die französischen „Ardennes“ und dann hinein in die Champagne. Und schon wieder Denkmäler und Gräber, es wollte irgendwie heute nicht aufhören. Diesmal der Bezug zum ersten Weltkrieg, als ein paar viele, unreife, NichtJugendliche in sehr wichtigen Positionen nicht nur in Europa, diese Welt, ja fast schlafwandlerisch, in den Abgrund damals führten.

Hierzu gibt es einen Lesetipp. Klicke auf das Bild!

Endlose Felder nach endlosen Wäldern und immer wieder zwischendurch endlose Friedhöfe.

Aber es kam auf einmal, wie aus dem Nichts , ein M. … es schmeckt noch immer nicht, aber es hat mich einfach magisch angezogen. Auf die Finger hau!

Nun bin ich in Troyes auf einem Camping Municipal und überlege mir ernsthaft ob ich diese Nacht hier, im Carl, überstehe. Meine Hände und Finger werden jetzt schon steif und es ist erst kurz vor 19 Uhr. Von 17-18 Uhr, als ich ankam, Sonne bei 10 Grad und im Windschatten von Carl war es sehr angenehm.


Zweiter Tag (16.04.): Gerade, geschlängelt und morbide.

Von Troyes nach La Chapelle d’Angillon (🇫🇷)

Gegen 7 Uhr aufgestanden. Es war sehr kalt, letzt Nacht. Um 20:50 gestern im Bett von „Carl“ verschwunden. Es mussten noch 2 Wolljacken über Hals und Oberkörper geworfen werden, dann wars recht angenehm. Ich hatte mein normales Bettzeug und 2 Fließdecken dabei und keinen Schlafsack. Die mag ich einfach nicht so gerne. Um 1 noch mal raus fürs kleine „Geschäft“. Ging auch. Um 4 dann erneut wach und mich gezwungen weiter im Bett zu bleiben bis 7.

Heute „ schnupfe“ ich hierfür so rum…

Raureif überall, als ich draußen war und meinen ersten Kaffee mir machen wollte. Der ging noch. Der zweite, weil für Buttandosen zu kalt, nicht mehr. Es ging meinen Fingern wohl wie der Buttandose, einfach zu kalt.

Es war ein Joch alles erneut umzupacken zu müssen um losfahren zu können. Denn mir wurde immer kälter und ein fahrender „Carl“ erzeugt bekanntlich Wärme.

Irgendwo im Nirgendwo. Dann bin ich mal lieber ruhig…

Die Fahrt von Troyes an die Loire war besonders. Schnurgerade Straßen und alle 10 bis 20 Kilometer ein Weiler oder ein Dorf. Überall sehr viel morbider Charme zu finden…

Fast so, wie meine erste Motorradreise in den Osten unserer Republik. Nur alls Motorradfahrer schläfst du bei solchen „Langzeitgeraden“ fast ein.

Dies änderte sich ab der Überquerung an der Loire in Bonny s. Loire (Mittagspause) sofort und wechselte ab nun in viele Schlangenlinien an Straßenführung. Ein „Eldorado“ für echte Biker!

Apropos „Dinge vergessen mitzunehmen“: Ich hatte keinen Löffel an Bord. Aber es gibt ja die großen Supermarchés in Frankreich. Da wird ihnen geholfen 😉.

Wälder und Rapsfelder waren, neben den Weilern und Dörfern, heute meine ständigen netten Begleiter neben den Landstraßen. Und dann auf einmal, vollkommen unerwartet, kommen Weinberge um die Kurve…

Was ich am 2 ten Tag gelernt habe: „Nimm Dir Zeit und verharre wenn die Sonne Dir noch wohlgesonnen ist!“ Also schon um 15 Uhr einen besonderen Campingplatz angefahren.

Jetzt, um 18:00 Uhr, glaube ich, ich bleibe hier nun 2 Tage!

Der Campingplatz ist so was von leer. Fast keine Gäste da. Und dann kam der Abend und es wurde erneut ungemütlich kalt. Nur zu gut, wenn man neben Wolle auch noch Daune dabei hat.


Dritter Tag (17.04.) : Ein Hotel, bitte ein Hotel! Oder: „Eine Nacht Urlaub vom Urlaub bitte!“

Von La Chapelle d’Angillon nach Riom (🇫🇷)

Es war zwar gestern Abend schon noch sehr schattig. Aber über Nacht kam der Regen und es war nicht mehr so kalt. Um knapp vor 7 bin ich dann, trotz Regen, aufgestanden und habe die Heckklappe hochstellt und mich mit Schirmen bewaffnet, damit es ein bis zwei Kaffees für mich gibt. Der kochte heute schneller. Buttangas mag, wie ich, keine fette Kälte.

Danach geduscht. Seit meiner Abfahrt das erste mal. Da der Sanitärbereich auf dem Campingplatz zwar Mauern hat und ein Hochdach, sprich dazwischen pfeift der Wind so schön, so habe ich erstmal getestet ob überhaupt was Warmes aus der Leitung kommt. Ja kam. Also trotz nur 8 Grad Außentemperatur einfach drunter.

Nun alles zusammengepackt und für 10,19€ durfte ich den Campingplatz verlassen.

Im Regen nach Bourges weiter gefahren.

Im Nordbezirk der Stadt erstmal in einen Carrefour für ein neues 240Volt Kabel besorgt, da die alte Strom-Trommel gestern streikte und dann gar nicht mehr wollte. Aber es war für mich mehr ein „Aufwärmen“! Zwei Croissant zusätzlich gekauft als Frühstück Zwei.

Mir im Regen ein wenig die Stadt Bourges angesehen und dann entschieden Richtung Clermont-Ferrand weiter zu fahren. Ist eh kein Wetter um was zu unternehmen.

Das Wetter „erholte“ sich im Laufe des Tages, aber mir war einfach nach Hotel irgendwie.

(Bitte nicht nachmachen! Die Aufnahmetechnik meine ich!)

Gegenüber gestern war die Landschaft „kleinteiliger“. Sprich, die Ackerflächen mit Hecken umsäumt. Wald und gerade Strassen nun den dritten Tag in Folge…

Irgendwann wurde die Landschaft „großzügiger“, je näher ich an Clermont-Ferrand heran kam.

Gegen 14 Uhr begab ich mich auf die Suche nach einem Hotel. Pustekuchen! Logis gibt es wie Sand am Meer, aber ein Hotel, dort wo ich war nicht. Dann hatte ich doch was entdeckt: Ein Schloss. Also Gas gegeben und was stellt sich raus: Ferme! Geschlossen & aufgegeben. Ich habe eh den Eindruck, dass sich Frankreich in den letzten 8 Jahren, seit meinem letztem Besuch, verändert hat. Waren vor Jahren in den kleineren Städten noch alles aktiv, so ist dies nun nicht mehr der Fall: Ausgestorben! „Rienne va Plus!“ Auch die so immer mir bekannten kleinen Auberges und so weiter. Alles ‚wech‘. Selbst Bäcker kommen nur noch, gefühlt, alle 20 Kilometer mal vereinzelt in der Städtchen vor. Also immer weiter Richtung Clermont-Ferrand. Und siehe da, 15 Kilometer vor dem Ziel, in Riom, auf der rechten Seite, ist dann eine „Häufung“ von Hotelketten auf einmal anzutreffen. Kaninchenställe mit nur unterschiedlichen Corpored Identitys. War mir aber nun einfach egal und irgendwie hinnein! So gar mein Abendessen habe ich bei meinem Kaninchenstall bekommen. War eher Schlecht. Hätte besser mal gestoppt zur Mittagszeit an den großen Restaurantparkplätzen an den Landstrassen mit den vielen LKWs. Ist ne sichere Bank für ein gutes Essen!

Sodelle, wünsche eine gute Nacht!

Landschaftlich betrachtet, aber wars heute ein echter Leckerbissen!

Fast hätte ich es vergessen. Der tägliche Rückbau vom QUQUQ Bett geht mir auf den Senkel! Und nur Dieser!


Vierter Tag (18.04.): Das Besondere!

Von Riom nach Les Ancizes-Comps (🇫🇷)

Heute Morgen war mir stickig in diesem Hotelzimmer.

OK, nun mal höisch!

Abendessen ein wenig „verunglückt“. Frühstück dafür aber akzeptabel.

Dann aufgebrochen nach Volvic.

…und noch weiter rein in die Auvernge.

Gemerkt, hier gefällt es mir!

Also zurück zwischen Volvic und Riom. Zum einkaufen. Denn mittlerweile habe ich ja hier gelernt: Nur an den sogenannten Knotenpunkten ist Versorgung noch möglich in Frankreich. Bisher!

Diesmal war’s ein riesiger „LeClerq“.

…und dann ab ins Hinterland.

Oh, welche Bikerfreude käme hier auf, wenn es nicht Carl wäre. Quittierte er sofort mit einem Werkstattzeichen: Ölwechsel fällig!

Trotzdem weiter! 2 1/2 Liter Öl gab es für ihn bisher. Bin bei gut 930 Kilometern Fahrstrecke nun.

4,9Liter verbrauchter Diesel im Schnitt, pro 100 Kilometer, ist schon sehr angenehm.

Werde wohl heute „verkehrt herum“ in Carls Hülle wohl schlafen gehen. Etwas abschüssig und leicht schräg hier. Kann ich aber an der Bettaufhängung ausgleichen.

Der Campingplatz ist, suboptimal, kein Netz und nur eingeschränkt „Wifi“. Aber ich liebe ihn! „Platzcheffin“ brachte mir dann kurzerhand eine Liege vorbei.

Alle sind hier Heute „bussy“, weil die eigentliche Saison startet am 1.Mai, erklärte man mir.

Interessante Häuschen gibt es hier zu mieten!

Ich verstehe die Sprache nicht wirklich, aber wir Alle hier kommen miteinander zurecht. Eventuell bleibe ich länger hier, wenn das Wetter mir gesonnen ist.

Ich werde öfters gefragt, wohin es gehen soll…

Es war nie meine Intention irgendwo hin zu kommen…

Einfach gleiten…

Wird schon…

Der Weg…

Schade, es zieht sich erneut etwas zu, da Oben! Zwiebellook erneut.


Fünfter Tag (19.04.): „Fast schon Halbzeit“.

Von Camping du Viaduc des Fades nach La Bourboule (🇫🇷)

Leider komme ich erst am sechsten Tag hierzu nun etwas zu schreiben.

Dafür gibt es zwei Gründe. Landschaftlich gefällt es mir hier sehr gut.

Dieser Campingplatz ist etwas kahl, es gibt ein angeschlossenes Restaurant und einen warmen Sanitärbereich mit heißen Duschen. Dies ist aber nur Grund Eins. Der Zweite sind die vielen Posts auf FB, WA oder als Mail, seit meinem Aufbruch. Bin es ja selber Schuld, wenn ich auf den sozialen Medien meine Fahrt so poste. Erstens bin ich neugierig, zweitens hab ich einiges zu beantworten und drittens will ich niemandem auf den Fuss treten. Braucht alles seine Zeit!

Wie zu sehen bin ich nun im inneren Bereich des französischen Zentralmassivs angekommen. Die Tagesfahrt war immer wieder mit besonderen Blickpunkten geschmückt und ich kann mich nicht satt sehen.

Was mir auffällt: Ich brauche all die größeren Städte nicht. Sie tun mir nicht gut. Ich meide sie. Bin viel lieber Abseits unterwegs und genieße die Ruhe und Einfachheit.

Mit Campingplätzen geht es mir nun schon fast ähnlich. Die abgelegenen, mit Aussicht oder an einem Fluss, außerhalb der Zentralachsen, haben es mir angetan.

Am heutigen Tag habe ich Carl dann auch seiner Forderung nach Ölwechsel nachgeben. Eine wirklich „beachtenswerte“ Werkstatt. Und wieder eine Erfahrung mehr. Wenn jemand sich nicht wirklich verständigen kann, dann ruft man halt seinen Cousin in Köln an. Der kann ja schließlich deutsch und zwischen uns beiden hier bestens vermitteln.


Sechster Tag (20.04.): Schnee und Sonne

Von La Bourboule nach Diou sur Loire (🇫🇷)

Es war ein grandioser Bergtag und eine sehr schöne Tour wieder Richtung Loire.

Damit nahm ich Abschied von der Auvernge und gleichzeitig ging es somit auf die langsame Heimreise.

Bevor ich heute meinen nächsten Campingplatz mir aussuche besuche ich noch kurz die Stadt Vichy (Da gab’s doch auch mal was mit Vichy 🤔😔). Dann ging es weiter.

Magnet, erstes französisches Dorf mit Elektrizität. Was man nicht so alles entdeckt, abseits der größeren Landstraßen 😲

.

…und weiter ging es durch gaaanz viel Viehzuchtgebieten mit kleinen Châteaus.

Mal ganz davon abgesehen, dass ich ja schon länger nichts mehr übers Wetter hier ein paar Zeilen geschrieben habe. Es ist viel wärmer geworden! Schattenplatz bevorzugt hier: https://campingguedeloire.com/

Übrigens bewirtschaftet diesen Campingplatz, direkt und sehr idyllisch an der Loire gelegen, ein älteres niederländisches Ehepaar, die auch dort leben.


Siebter Tag (20.04.): Freizeit- und Urlaubsgebiete abseits der Ströme

Von Diou über Bourbon-Lancy wie auch Château-Chinon 🤔 (Mitterrand) dem Lac de Settons (ich meine schon mal hier gewesen zu sein in meinem Leben!) nach Saulieu. (🇫🇷)

Mal so am „Rande“: Aufstehen ist meist zwischen 6 und 7 Uhr des Morgens. Entweder liegt es daran, dass ich – temperaturbedingt- schon vor 21 Uhr im Bett bin, oder die senile Bettflucht setzt sich durch.

Eine sehr schöne Strecke. Auch alles Bikerland, wie auch Wanderer, Radler usw.

Vorherrschend Vieh- und Forstwirtschaft. An vielen Ecken „Châteaus“.

An der Somme etwas länger entlanggefahren. War nicht auch mal was kriegerisches mit der Somme? Aber ich glaube nicht hier, wo ich unterwegs bin… oder doch?

Kinderspiele…

Ich verstehe französisch ja nicht wirklich…

…aber all diese Kinderspiele, hier auf diesem Campingplatz, sind mir vertraut, um sich kennenzulernen, wenn überhaupt nicht miteinander bekannt. Alle wohl Heute angekommen.

Abklopf- und Suchspiele. Zu wissen wo wer ist und und mit welchem Vornamen…

Herrlich anzusehen ohne die Sprache zu verstehen aber worum es geht!

Youp Youp!

Zur Abwechslung heute mal Erbsensuppe mit Einlage und einem Glas Côtes du Rhône [„Fête: Soupe aux pois avec saucisses et baguette. En plus une Côtes du Rhône“].

Ich habe ja in „letzter Minute“ die 12 Volt Kühlbox wieder rausgeschmissen, bevor ich losgefahren bin. An Trockenverpflegung und Konserven aber Etliches mitgenommen. Mir ging durch den Kopf, dass eine „sparsame“ Verpflegung keine Kühlbox in dieser Jahreszeit benötigt. Bisher habe ich sie auch noch nicht vermisst.

Meine Stellplatznachbarn hier sind voll ausgerüstet: Transporter, Caravan mit Vorzelt und ein Quad für Zwei. 😲 Wahrscheinlich kommt der Quad in den Transporter, das Vorzelt in den Caravan und der Caravan hinten an den Transporter. Dann geht’s weiter. Auch ne feine Art zu reisen.


Achter Tag (21.04.): Die Seine, der Raps und die Windräder

Von Saulieu nach Dienville (🇫🇷)

Es ist Ostersonntag.

Früh aufgestanden um die Eier zu suchen. Stattdessen einen grandiosen Sonnenaufgang erlebt. Dann alles gepackt um zu duschen und die Grundbekleidung zu wechseln. Denn seit einer Woche hatte ich die gleiche Jeans und den gleichen Pullover unter der täglich gewechselten Unterwäsche an. Die Jeans hatte schon recht deutliche Benutzungshinweise „angesammelt“.

Meine Tagestour spielte sich Heute überwiegend in der südlichen Champagne Hochebene ab. Endlose landwirtschaftliche Nutzflächen, wo man als Bauer schon „gefühlt“ Zwei Wochen, vor Ankunft, den kommenden Besuch am Horizont entdeckt.

Mittendrin ein Dorf und ein geschmücktes Haus. Ich habe endlich die Ostereier gefunden! 😊

Und auf einmal ging es „Zack“ nach unten ins Seinetal. Da sind sie, die begehrten Hanglagen für den sprudelnden Wein 🍾, der sich alleinig nur Champagner nennen darf. Jedes Dorf dort hat ein anderes „Wahrzeichen“ hierzu. Entweder riesige Korken, riesige Flaschen oder riesige Trauben. Immer schön im örtlichen Kreisverkehr aufgebaut. Apropos Kreisverkehr. Frankreich liebt diese Art der Straßenführung ungemein!

Auch so lässt es sich Leben. Ein Bahnwärterhaus an der Landstraße. Da fällt mir doch glatt dieses Buch zu ein. Eines meiner Lieblingsbücher in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts:

Ernst Kreuder / Der Mann im Bahnwärterhaus. Leider nicht mehr als „Neubuch“ zu erhalten 😔. Hat mich damals aber sehr gefesselt! Nach Carlos Castaneda 🙈.

Wie in der Überschrift geschrieben, hier ein Bild der Hochebene mit Windrädern und Raps.

Nun bin also an der Seine (nicht in Paris, wohlgemerkt 😉) und suche mir nun bald meinen nächsten Campingplatz (CP)

Diesen fand ich dann an diesem Fluss, weiter nordöstlich.

Der Campingplatz & Chambres d‘ Hôtes „Domaine de Colombier“ in Dienville / Department Aube, scheint noch Webseiten- bzw. Domainprobleme zu haben. Hier also ein „externer“ Link zum CP wo ich mich nun aufhalte.

Mein Ostersonntag Festmahl:

1 Liter Wasser

125 Gramm Fusilli

1 Päckchen „Waldcremesuppe“

1 Topf

1 Gaskocher

1 kleiner Rührlöffel

1 Esslöffel

1 Schale

1 Baguette

2 Blätter Küchenrolle

…und Zeit…

Gute Nacht!


Neunter Tag (22.04.): Ostermontag

Von Dienville nach Brienne-le-Château (🇫🇷)

Carl hat heute Fahrpause. Ich bleibe hier! Das Wetter ist angenehm und dieser Campingplatz gefällt mir gut. Stellplatz direkt an der L’Aube.

Nach dem Frühstück habe ich mich entschieden nach Brienne-le-Château zu Fuß zu gehen, denn dort ist der nächste Supermarkt. Dieser Weg ist ungefähr 5 1/2 Kilometer lang dorthin.

Französische Landstraßen sind nicht unbedingt Fußgängerfreundlich. Es gibt halt keine befestigten Seitenstreifen und so springe immer ins Grüne, wenn mir ein Fahrzeug mit gut 90 km/h entgegen kommt. Über die Feldwege aber wäre der Weg zum Supermarkt um etliches weiter geworden.

„Rastplatz“ etwa hälftig des Weges. Trotz Ostermontag ist es in all den Dörfern verdammt still. Sprich man sieht fast keine Menschenseele. Dafür kläfft aus jedem Haus oder Garten einem die Hunde an. „Gefühlt“ leben in Frankreich mehr Hunde als Menschen!

Nach der Einkaufstour mußte ich mich erstmal stärken. Olfaktorisch gewiss eine Zumutung, aber die Zunge entschädigt einen hierfür sehr.

Danach der obligatorische Verdauungsspazierung durchs Dorf.

… und zur Abendstunde dann das Dinner.


Zehnter Tag (23.04.): Nimm dir Zeit!

Von Dienville nach Dienville

Einfach gefaulenzt auf dem Campingplatz & Chambres d‘ Hôtes „Domaine de Colombier“. Im Laufe des Tages ein englischsprachiges Schwätzchen mit dem „Patron“ gehalten. Über Camper an sich und dass Missverhältnis der vielen niederländischen Camper zu anderer Länder Camper sinniert. Er wiederum erklärte mir was er so in Zukunft hier noch so vor habe. Da dies eine ehemalige alte Domaine ist, so gab es auch „Nebenan“ das eigentliche Herrenhaus. Von diesem Besitzer würde er noch anschließendes Land von ihm erwerben um mehr als nur 30 Camper-Stellplätze zu haben. Der weigere sich aber sehr beharrlich mit seinen 92 Jahren.

Exkurs „Camper“: Ich habe bisher gaaanz viele Wohnmobile in Frankreich 🇫🇷 auf den Straßen gesehen. Ich glaube mittlerweile, dass die halbe französische „Renterwelt“ aus rollenden Eigenheimen besteht. Alle großen französischen Supermarchés spielen mit. Wie oft ich extra Schilder gesehen habe, die extra ihre Womo Stellplätze mit Chemokloentsorgungsstationen sowie Waschmaschienen-und Trocknerplätze beworben haben. Auf den von mir angefahren Campingplätzen fehlen diese „Camper“ dann natürlich gänzlich.

Dafür dann aber an und auf asphaltierten Parkbereichen anzutreffen.

Da ist ja wirklich Alles drin in fahrenden (Luxus) Eigentumswohnungen. Fernseher, LTE, Dusche, Toilette, Küche…

… ob die da auch mal rauskommen? 🤔

Welch ein Leben ☹️…

… und sonst noch?

Ja, es gibt auch noch ganz viele andere, besondere, Camper in Frankreich. Die Sinti und/oder Roma Familien mit ihrer Wohnwagenrundburgenaufstellung (welch ein grandioses deutsche Wort 🤪) meist. Immer vor einer Stadt/Ort/Dorf anzutreffen.


Elfter Tag (24.04.): Das Grauen!

Von Dienville über Belgien (🇧🇪) und Luxemburg (🇱🇺) nach Holset (🇳🇱)

Nun rollt Carl wieder. Und schon wieder diese langezogenen Hochebenen mit riesigen Ackerflächen.

Dann auf einmal nur noch Wald. Aber was für ein Wald! Der Wald des Grauens!

NIE MEHR WIEDER! BITTE!

In dieser „Ecke“ Europas wurde im ersten Weltkrieg, gerade mal 101 Jahre nun vorbei, eine Millionenstadt an Menschen regelrecht zerstückelt. „Gräber der Gebeine“ genannt.

Ebensoviele, wenn nicht mehr, verstümmelt oder dem Wahnsinn ausgeliefert. Ob auf alliierter Seite oder auf preußisch, habsburgischer Seite.

Und um was, in aller Welt bitte, ging es damals wirklich?

… dies gilt ebenso auch für alle jetzigen Kriege in unserer heutigen Welt!

Auf der Hinfahrt waren es ein amerikanischer Ehrenfriedhof und ein französischer Ehrenfriedhof, die ich besichtet hatte und auch Fotos hier zeige.

Heute, auf der Rückfahrt, sollte es ein deutscher Ehrenfriedhof sein. Sie sind eher sehr unscheinbar und weit abgelegen von den Hauptstraßen. Aber da!

Ohne Kommentar!

Nun war ich also an Maas, bzw. hier Meuse.

Gegen Mittag kam von Westen, also aus der Richtung, aus der ich gerade kam, sehr dunkle Wolken auf. Was tun? Bleiben und einen Campingplatz suchen?

Nein! Die Entscheidung ist gefallen! Solch eine Regenschauer brauche ich nicht zum vorletzten Abend meiner Tour!

Also wieder aufwärts in die belgischen Ardennen und da ich schon mal hier in der Ecke war bis nach Wemperhardt in Luxemburg (🇱🇺) gefahren.

Ein „verspätetes“ Mittagessen mir ausgesucht, der für uns „Normaldeutschen“, sehr eigenwilligen luxemburgischen Sprache gelauscht, getankt und günstige Zigaretten erstanden. Und hinzu noch eine Flasche Luxemburgischen Cremant erworben. Dieser sollte für einen besonderem Zwecke noch dienen.

Nun ist es 17:30 🕠 und ich bin wieder Zuhause. Einen Tag früher als geplant. Macht nichts! Zwei Stunden später kam der stürmische Regen dann auch bei mir Zuhause an. Ich war froh Daheim zu sein.

Gesamtfahrstrecke in den 11 Tagen.

Durchschnittlicher Verbrauch an Diesel, pro 100 Kilometer Fahrstrecke.

Durchschnittliche Geschwindigkeit während dieser Tage.

  1. Eine schöne Reise und unterhaltsam dokumentiert. Habe dein Abenteuer bis zum Schluß gelesen. Eine solche Reise werde/würde ich auch mal machen …

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