Reise November/Dezember 2019


1ter Tag (Samstag 16.11.2019):

🚗🏕 Holset bis 88390 Sanchey, Lac de Bouzey (Vogesen).

Über Belgien 🇧🇪 , Luxemburg 🇱🇺 nach Frankreich 🇫🇷 (342Km). Etwaige Autobahnen wurden vermieden!

Gegen 08:30 🕣 bin ich losgefahren und Ankunft hier war um 16:30 🕟, da gegen 17:25 alles schon duster ist. Temperatur auf dem Campingplatz so um die 3 Grad Plus, als ich ankam. Zuerst mein Bett gemacht. Strom angeschlossen für später Beleuchtung und Heizkonvektor.

Der funtzt gut, der kleine Konvektor!

Übrigens: Preis für eine Nacht, mit Strom und Schwimmbad = 11,60€.

Na ja, dass Schwimmbad spar ich mir lieber bei den Temperaturen.

Unterhalb des Campingplatzes, am Stausee, gibt es ein großes Restaurant, oder Pizzeria beziehungsweise einen Eisladen (Au Bon Accueil). Alles ist möglich! Wie dies so ist, wenn man an einen – eigentlich sommerlichen – „Hotspot“ fährt und nun tote Hose hier ist. Aber es ist beheizt und es gibt gleich, ab 19 Uhr, auch wohl was zu Essen. So hoffe ich doch.

Besonders an diesem Tag war die Fahrt von Luxembourg Stadt nach Frankreich rüber. Via Thionville, dann Metz und danach Nancy. Es ist ebenso ein ehemaliger „Hotspot“ der französischen Schwerindustrie in Stahl & Co. …

Nun mehr als Trostlos und ein Straßendorf & Industriebrache reiht sich ans Nächste, hier an der französischen „Mosel“.

Da ich ja über Ostbelgien, also deutsche oder französische Ortsnamen wechseln hier ja bekanntlich jeden Kilometer, gen Süden aufgebrochen bin, so ist mir ab Eupen aufgefallen, wieviele „Hochdachkombis“ in dieser Gegend unterwegs sind. Mehr als bei uns! Ok, die Trecker überwiegen hier noch mehr.

Gerade habe ich mein Abendessen bestellt: Cassoulet. Mit Hilfe von mehreren aktiven Personen hier (Denke Oma mit Enkelin), da es die „Tagesempfehlung“ ist. Bin zur Zeit (19:00…Uhr) der einzige „Essensgast“ hier. Also es ist Bratwurst, Bauchspeck, eine Wurstscheibe und Gänsebraten auf kleinen, weißen, Bohnen, mit Baguette. Geht so!

Ich glaube „Loslassen“ wird mein besonderes, vielschichtiges, Thema, die nächsten Wochen hier in Frankreich. Auf der heutigen Fahrt hat es mich schon gedanklich immer wieder „begleitet“. Dies ist auf jeden Fall jetzt schon Anders als auf meiner Tour zu Ostern 2019.

Es gibt nun 5 Gäste im „Au Bon Accueil“ und 5 Familienmitglieder mit dem Hintergrund von gut mehr als 3 Generationen (20:15). Platz haben sie für mehr als 300 Personen, drinnen & draußen! Es ist warm hier drinnen und ich fühle mich sehr wohl in diesem Restaurant. Es läuft nun an Musik „Smock on the Water“. Davor ein anderer Titel von Deep Purple.

Bin ja Heute durch Luxembourg Stadt gefahren. Ich glaube, wegen den vielen Baustellen dort, die bauen gerade wohl eine U-Bahn quer durch die Stadt.

Hier läuft nun „No more, no more“ an Musik.

Das hier (Nähe Epinal) „gesprochene“ französisch hört sich sehr, sehr, hart an, so, als würde man die deutsche und französische Sprache in einen Mixer bringen … da finde ich die luxemburgische Sprachvariante fast entzückend gegen..


2ter Tag (Sonntag 17.11.2019)

🚗🏨 Von Lac de Bouzey bis (Ibis Budget Hotel) — 69190 Saint-Fons

Geplant war ein Campingplatz in 42220 Bourg-Argental

Ja, richtig gelesen: Hotel! Fast genau vorm Zugang zu Diesem ist an meinem „Carl“ das Kupplungsseil wohl gerissen, so dass das Kupplungspedal nicht mehr durchzutreten ist, sondern am Bodenblech nun „klebt“.

Den ADAC angerufen. Der hilft. „Carl“ ist nun abgeschleppt und wird Morgen in einer Werkstatt untersucht. Eventuell bekomme ich meinen „Carl“ Morgen wieder oder erst am Dienstag, wenn Ersatzteile nicht sofort verfügbar sind.

Heute Morgen bis ich so gegen 07:00 🕖 aufgestanden. Im Bett war es sehr angenehm, aber nun schlug die Kälte zu. Minus 4 Grad waren es. Die Scheiben waren innen wie außen vereist und draußen überall Reif. Selbst der kleine Heizkonvektor konnte da nicht gegen halten. So habe ich entschlossen schnell alles einzupacken und zu verstauen, damit ich erstmal losfahre und dann das Auto von innen aufgewärmt wird, damit ich nicht mehr so bibbere.

Gegen 10:30 habe ich dann einen Intermarché aufgesucht. Die haben hier Sonntagsmorgens bis 12:30 auf. Leider gab es kein offenes Café und so holte ich mir 2 Croissants und frische Milch als „Frühstück“.

Seit es hell wurde war es sehr trüb bis stark nebelig. Bei um die O Grad sehr ungemütlich. Nix Sonne, wie gestern. Schade. Schade. Wegen diesem unangenehmen Wetter hatte ich überhaupt keine Lust das Auto zu verlassen. Hier war warm und trocken!

2QMH+73 Arc-et-Senans, Frankreich — salineroyale.com

Gegen 15:30 kam ich dann über Bourg en Bresse nach Lyon rein. Mein Navi hatte keine Gnade mit mir und hat mich voll durch die Innenstadt geschickt. Gut dass Heute Sonntag ist, sonst hätte man bestimmt Schweißperlen an meiner Stirn entdeckt.

Dann trat ich aufs Kupplungspedal und es gab einen Knacks und durchtreten ging nicht. Also Fuß runter vom Pedal. Erneut getreten. Alles ging. Prima dachte ich, war wohl irgendwas „Unbestimmtes“. Tja 15 Minuten später… Bitte ganz oben, 2ter Tag, wieder anfangen zu lesen 😉

Nun bin ich also in einem Hotel ohne viel Service an einer Ausfalltraße gen Süden in der „Pampa“, oder auch Stein- und Betonwüste genannt, gestrandet. Mal sehen was ich so mache mit diesem ungewolltem Stopp meiner Fahrt.


3ter Tag (Montag 18.11.2019)

🏨 Bin weiterhin in 69190 Saint-Fons

Gegen 08:30 🕣 rief der ADAC mich an um mir zu eröffnen, dass die Werkstatt, die gestern mein „Carlchen“ abgeschleppt hat, heute keinen Meister zur Reparatur da haben wird, weil dieser erkrankt ist. Also hat der ADAC meinen Minicamper weitere 45 Kilometer entfernt in eine Werkstatt bringen lassen und wird sich, nach Reparatur, wieder bei mir melden. Habe dementsprechend hier nun eine zweite Nacht in diesem Hotel dazu gebucht.

Nach dem „petit dejeuner“ habe ich erstmal gegoogelt, wo es einen Supermarkt und einen Tabakladen hier im Umfeld gibt. Knapp 2 Kilometer Fussweg. Und auf geht’s!

Bananen, Brioche, Erdnüsse und Trinkwasser eingekauft. Ok, noch eine Flasche „Côtes de Provence“ (Rose) on Topp. Der Tabakladen ist geschlossen. Ist wohl ein gewisser Hinweis an mich.

Hier ist fast alles „Halal“. Selbst im Casino-Supermarché sind viele Regale so überschriftet. Halt neben den französischen Produktangaben auch noch mal auf Arabisch.

War mir gestern schon bei meiner Fahrt durch Lyon aufgefallen: Nach der Innenstadt, Richtung Süden fahrend, kam dann ein Stadtteil oder Vorort, der fast ausschließlich zentralafrikanische „Bewohner“ hatte. Meistens viele ältere Hochhäuser. Dann folgte ein arabisch-muslimischer Stadtteil/Vorort. Die Häuser waren kleiner und es wurde viel in der zweiten Reihe hier geparkt. Es war wie Schlangenlinien fahren.

Vor meinem Hotelzimmerfenster gibt es besondere „Ablagerungen“ auf dem Hoteldach. So einige Reservoirs mit Ergüssen. Warum die aus dem Fenster raus geworfen wurden erschließt sich mir nicht wirklich, da es ja im Zimmer einen Abfallbehälter gibt…

Nun ist Mittag hier, die Sonne scheint. Gut 8 Grad im Schatten. Etliche Grad mehr in der Sonne. Werde gleich einen Mittagsschlaf halten und dann lesen. Bis später mal.

Was man von hier aus sehen kann:

Offensichtlich fühlt sich diese Region, in der ich mich nun befinde, schon zu Südeuropa zugehörig, wenn man die Beheizungsmöglichkeiten des Hotelzimmers näher betrachtet:

Seit 2 Stunden (nun 18:30) quält sich hier der Autoverkehr „Stadtauswärts“ vor meinem Hotel, heim ins eigene Umfeld, zu Familie & Co., zum Abendessen und/oder an den Fernseher:


4ter Tag (Dienstag 19.11.2019)

🏨🚕 Eine angenehme und doch unruhige Nacht verbracht. Bin gegen 07:00 aufgestanden. Dann alles Übliche des Morgens. Gefrühstückt und meine „Tablettenbatterie“ eingenommen.

Danach ein Taxi über den Hotelconcierge bestellt um zu meinem „Carl“ (ca. 47 Kilometer entfernt) zu kommen.

Als Taxi fuhr ein Jaguar vor! Ich packte mein kleines Gepäck auf den Rücksitz und wollte vorne einsteigen. Ging nicht! Da saß schon jemand. Ok, dann hinten. Mit Wortfetzen auf französisch gab mir der Taxifahrer zu verstehen, dass dieser älterer Herr ein wenig in meine Richtung mitfahren würde. Dann kam raus, er mußte zu einer Augenkontrolle in ein Krankenhaus auf dem Weg zu „Carl“. Das war aber nicht irgendein Krankenhaus, sondern ein Militärkrankenhaus. Dort angekommen zeigte der ältere Herr seinen Militärausweis und der Taxifahrer und ich durften uns auch ausweisen. Der Jaguar wurde durchgeröngt und vom Boden aus mit Spiegeln betrachtet, wegen möglichen Bomben, dann durften wir auf das Krankenhausgelände. Danach ging es, für mich (bzw. ADAC) etwas günstiger weiter, denn der ältere Herr hatte einen „Taxifreifahrtschein“.

Gegen 10:00 🕙 war ich an der Garage (Werkstatt), wo „Carl“ noch auf einem Abschleppwagen rumlungerte. Nun ging es schnell. Schaden betrachtet, viel telefoniert, Ersatzteile bestellt und dann kam der Schock: ~ 1.600€ Reparaturkosten. Sie informierten den ADAC. Der übersetze mir noch mal Alles und suchte mir wieder eine nächste Unterkunft im Umfeld. Denn „Carl“ wird nicht vor Morgen Abend fahrbereit sein.

Gegen 12:00 🕛 wollten alle in die Mittagspause bis 14:00 🕑. Aber ich war ja noch „irgendwie“ anwesend. Also schlugen sie mir ein Restaurant vor. Der „Patron“ der Garage fuhr mich dorthin. Komplett gefüllt der Laden! Meistens männlich und zwischen Anzug und Bau- Waldarbeiterkleidung alle Nuancen hier vertreten. Ich bestellte mir „Tartare de Boeuf Charelais, Frites, Salade“, da ich das „Menue du jour“ übersehen hatte. Trotzdem wars sehr lecker! Die Pommes waren aus frischen, ungeschälten, Kartoffeln!

Danach wieder zur „Garage“ gegangen, denn ich durfte erst gegen 17:00 🕔 in meinem „Chambre de Hôte“ auftauchen. Es war herrlich anzusehen, wie beschäftigt diese Werkstatt, eigentlich im „Nirgendwo“, so ist und wie sie sich um mich, als „gestrandeten Allemand“ so kümmerten. Gegen 17:15 fuhren sie mich zu der vom ADAC gebuchten Unterkunft, die knapp unter 4 Kilometer von der Werkstatt entfernt liegt.

Dort angekommen war es wie ein „Sehr nett!“. Madame spricht Englisch. Zeigt mir mein Zimmer. Erklärt mir, wie ich hier was zu „Händeln“ habe und dass es im Ort nichts zum Abendessen mehr gibt. Mein Zimmer, welcher den Charm von 1890 hat … und dann kommt sie, als fast 80 jährige, mit einer kleinen Flasche „Leffe“ und einem viel zu großen Steinkrug für´s Bier zurück…


5ter Tag (Mittwoch 20.11.2019)

🏨 „Madame“ servierte mir mein Frühstück gegen 08:00 🕗 und fragte mich, wie ich zur Werkstatt zurück komme. Ich sagte ihr mit einem Taxi. Sie darauf: „Viel zu teuer, ich fahre Sie, wenn Sie fertig gepackt haben!“ Gesagt und getan. An der Werkstatt angekommen wollte ich meine Übernachtung und das Frühstück bezahlen. Sie wollte nichts dafür haben und ich solle bitte Deutschland grüßen.

So etwas habe ich noch nie erlebt!

Wieder stundenlanges Warten in der Werkstatt. Um 12:00 🕛 erneut zum Restaurant, wie Gestern. Heute ein „Menue du Jour“ bestellt. Sehr lecker für 13,50€.

Nach dem Essen einen sonnigen Spaziergang mit Blick auf‘s Jura an dem Fluß Ain gemacht.

Nun sitze ich erneut in der Werkstatt. Ab und wann versucht die Tochter des Patrons mit mir zu reden, oder schaut mir gerade über die Schulter, als ich dies schreibe. Leider scheitert unsere Konversation fast immer. 5 Familienmitglieder arbeiten hier in der Werkstatt, Papa, Mama, sie als Tochter und 2 weitere Brüder in der Werkstatt, wie sie mir erklärte.

Gegen 20:00 🕗 war mein Minicamper dann fertig und fahrbereit. Ja, es blieb bei knapp über 1.600 € Reparaturkosten.

Dann auf nach Bourg-en-Bresse zu meinem, durch HRS, gebuchten Hotel für diese Nacht.


6ter Tag (Donnerstag 21.11.2019)

🚗 🏕 🌦 Von 01000 Bourg-en-Bresse nach 13920 Saint-Mitre-les-Remparts (mit 2 „Zwischenstationen“. Später mehr hierzu.) Heute ca. 350 Kilometer gen Süden gefahren.

Also an Hotel könnte ich mich auch gewöhnen! Nur die Preise pro Nacht…

Aufgestanden, geduscht, lecker gefrühstückt.

Das Gebäude hat genau 4 Stockwerke 😂😉

Der Tiefnebel, der mich gestern Abend, zur Fahrt zu meinem Hotel in Bourg-en-Bresse „begleitet“ hatte, ist nun fast weg, als ich gegen 09:00 Uhr in den Süden starte.

Zu früh an/mit Sonne mich gefreut. Ab 11:00 🕚 dann viele Wolken. Danach nur noch wechselhaft mit Regen bis Starkregen.

Von Bourg-en-Bresse bin ich recht weit, östlich, um Lyon „herumgeschifft“.…Carl „schnurrt“ wie eine Katze zur Zeit, obwohl ich ein wenig Angst schon habe, dass wieder etwas ihm „Unangenehm“ werden könnte. Lenkrad wird fest mit beiden Händen gehalten.

Das französische Jura immer zu meiner „Linken“ kam ich über Romains bis zu der ASCI Empfehlung des Campingplatzes in Le Dolium, Chemin de la Cazelle, 30290 Laudun-l’Ardoise. Dort, in der Provence wollte ich bleiben!

Nix da! Ferme! Geschlossen, obwohl ASCI, laut Onlineportal, besagte „Offen!“

Dies war gegen 15:00 Uhr und es schüttet mächtig Regen von oben!

Also im Regen weiter! Der nächste Campingplatz, den ich mir „raussuchte“, liegt in Les Bois Flottés, Route de la Mer-Les Vanelles, 13129 Salin-de-Giraud.

Auch zu, aber noch mit „Empfangkommittee“! Laut ASCI aber offen! Sie, also die Eignerfamilie, versucht seit Mai 2019 diesen Eintrag abzuwenden. Nö, macht ASCI einfach nücht! Sie empfahlen mir ein Hotel im Ort!

Nix da! Nächstgelegenen Campingplatz gesucht und nun angerufen, ob wirklich „Auf“. Ja, aber Rezeption ist nur bis 17:30 offen! 17:26, mit einer Fähre, war ich dann dort: Camping Le Neptune, Allée Gustave Eiffel, 13920 Saint-Mitre-les-Remparts.

Es ist sehr Nass, es Regnet und ich habe für mich entschieden: Nix „Minicamper“, sondern ein kleines „Mobilhome“ für die nächsten Tage, um am Meer erst mal anzukommen!

Sitze nun, mit Daunenjacke, vor dem „Mobilhome“ und schreibe dies.

Schlaft Alle Gut!

PS: Man könnte in Frankreich sehr gut „Cruisen“, wenn da nicht dauernd diese Kreisverkehrsinseln wären! 😂


7ter Tag (Freitag 22.11.2019)

🏕 💨🌧 Campingplatz: Le Neptune, Allée Gustave Eiffel, 13920 Saint-Mitre-les-Remparts

15 Grad um 11:00 Uhr! Sonne! Freu!

Währte aber nicht lange, leider.

Um sieben Uhr aufgestanden. In der Nacht hat es sehr stark geregnet.

Mit der Entscheidung „Mobilhome“ kann ich leben. Kostet mich 40€ am Tag. Bleibe hier bis Montag! Vorteile: Warm, trocken, Bad&Toilette. Alles vorhanden um sich selbst zu verpflegen…

Nach zwei Kaffee und Zigarette nochmals ins Bett gekrabbelt.

Gegen 10 Uhr gefrühstückt. Dann fertig machen um einzukaufen in Martigues.

Frischer Salat, Zwiebeln, Käse usw.

„Carl‘s“ Küchenvorräte sind ja eher Trockenwaren, langfristig haltbare Lebensmittel und Konserven. Einen „Kühlschrank“ habe ich nicht an Bord!

Nun Premiere! Das erste mal mir selber meine nötige Spritze gesetzt. Ist in Absprache mit meinem Arzt!

Dann runter an den Strand des „Étang de Berre“ von Massane. Ist ja fast wie Meer hier.

Auf diesem Campingplatz gibt es viele „Dauercamper“, oder besser ausgedrückt: Menschen & Familien, die sich eine Wohnung oder ein Haus nicht leisten können oder wollen. Denn gegen halb Acht und etwas später, heute Früh, starteten die Autos um ihre Insassen zur Arbeit zu bringen.

Gerade lief eine Katze mit ihrer „Eroberung“ vorbei: In der Schnauze eine Blindschleiche!

Mittagessen: Salade, Thon, Fromage, Dressing & Pain.

Draußen wieder Regen!

Fini!

Wintersocken!

15:35 — Nass, ohne Ende!

Was noch fehlt an Hinweis: Diese zwei kleinen „Lautsprecher“ befinden sich normalerweise über meinem Kopf im Kangoo-Ablagefach und leisten überall gute Dienste:


8ter Tag (Samstag 23.11.2019)

🏕 💨🌧 Campingplatz: Le Neptune, Allée Gustave Eiffel, 13920 Saint-Mitre-les-Remparts

Nee, wat än Weer!* (*Öcher Platt, ich hoffe es ist alles richtig)

Es hat die ganze Nacht bis in den Vormittag gestürmt und hatte „Eimerweise“ Regen dabei. Aber kalt ist es nicht. Sind so um die 12 Grad Plus im Moment. Also gerade 12 Uhr.

Statt Winterjacke hatte ich heute Morgen meine Regenjacke an. Warum kann das Wetter nicht ein wenig „gnädiger“ für mich werden?

Nach Kaffee & Zigaretten geduscht. Dann nach einem Outdoor & Campingladen gegoogelt, weil mein „Stuhl“, den ich dabei habe, gestern Abend „gefreckt“ ist. Vielleicht 4 mal bisher „besessen“! Miese Qualität, denn ich wiege so um die 90 Kilogramm zur Zeit!

Abfahrt!

Oh, geht nicht! Da liegt ein 1/4 Baum nun auf dem Weg, über Nacht, um diesen Campingplatz für eine Shoppingtour, zu verlassen!

In Martigues gibt es einen Decathlon. Also hin!

Pustekuchen Campingartikel, der ganze Laden, obwohl sehr Groß, ist nun hauptsächlich auf Winteraktivitäten eingestellt. Dann halt erstmal Nicht!

Etwas weiter gefahren zu einem Hypermarché: „Auchan“. Diese Einkaufssuperlativen sind echt riesig, für deutsche Sichtweisen auf Supermärkte.**

Habe dort sogar einen Stuhl für 11,00€ „gefunden“.

Der Franzose, an und für sich, scheint Samstags für die Woche einzukaufen. Diese riesigen Einkaufswagen sind meist übervoll beladen. Baguette gibt es im Angebot 3+1 und so weiter. Wahnsinn! Dabei haben all diese „Läden“ 7 Tage in der Woche auf!

Frischer Fisch 🎣 und Meeresfrüchte 🦞 zu Hauf! Ja, Essen ist hier echt Mittelpunkt!

Aber auch „Noël“ ist hier ein Thema: Alles in Rot, Weiß & Gold!

** Ein Beispiel: Thunfisch in Dosen & „Varianten“: 2 Meter hoch und drei Meter lang im „Regal“! 🤪😳😱

So, nun mal mein Mittagessen (15:00 Uhr) zubereiten…

Schalotten kleinschneiden.

Thunfisch hinzu.

Knoblauchfrischkäse dazu.

Hinzu gemischter Salat.

Oliven on Topp.

Würzen & mit Öl & Essig anrichten.

Fertig!

Fini! OK, war fast wie Gestern! 😂

Außer mir, als niederländischem „Deutschem“, mit Aachener Kennzeichen, ist Heute ein Mobilcamper (MB/HymerCar-Grand Canyon) aus Luxemburg 🇱🇺 nun eingetroffen. Alle „anderen“ Camper hier haben französische Kennzeichen…

  • Nebenschauplatz: WordPress „liefert“ ja auch Auswertungen, wer auf meinen Blog so am Tag rumschaut! B’haven, meine besten Grüße nach Neuseeland 😊!

Habe ich glatt vergessen zu erwähnen: Hier in der Nähe (Saint Blaise) gibt es eine archäologische Ausgrabungsstätte, die bisher bis in die keltische Zeit zurück zu verfolgen ist. Da war ich Heute auch. War mir einfach zu Nass um dort hoch zu kraxeln…


9ter Tag (Sonntag 24.11.2019)

🏕 🌧 Campingplatz: Le Neptune, Allée Gustave Eiffel, 13920 Saint-Mitre-les-Remparts

Es gibt nichts zu berichten außer Dauerregen. Ich glaube, wenn ich die letzten Tage in Carl hätte verbringen müßen, dann währe ich zum Murmeltier im Bett mutiert.

Heute Morgen habe ich dem ADAC eine Mail geschickt mit den Bildern der Hotelrechnungen wegen Carl‘s Kupplungsschaden, damit ich wieder etwas „flüssiger“ bald werde. Ich hoffe, sie akzeptieren diesen Weg der Belegeinreichung.

Übrigens, dies ist meine „Unterwegs-Arztkiste“. Immer in meiner Nähe!

Und sonst so an diesem Sonntag so? Lesen!

… und was essen:

Wie jetzt? Wie Gestern & Vorgestern? Jup! Ich merke halt was mein Körper, zur „Genesung“, so erwünscht.


10ter Tag (Montag 25.11.2019)

🚗🏕☀️von 13920 Saint-Mitre-les-Remparts nach Camping Les Peupliers, Promenade de l’Ancien Stade, 34440 Colombiers (ca. 250 Kilometer)

Als ich heute Morgen aufgestanden bin, war mir klar, es wird ein sonniger Tag!

Mobilhome gesäubert und Madame hat gegen 09:00 inspiziert. Dann mal los durch die Camargue. Es war eine schöne Fahrt! Zeitweise 19 Grad draußen!

(Die Flamingos sind weit Rechts im Bild zu „entdecken“ 😂. Da, wo die waren konnte ich nicht mal ebenso parken. Ähnlich mit den weißen Pferden , die ich auch gesehen habe 🤷‍♂️)

Ganz schön viel Wein wird hier, wo nicht soviel Wasser ist, angebaut. Nun werden die Rebstöcke fast überall beschnitten.

Eine Sehenswürdigkeit auf meiner Tour Heute wollte ich auf jeden Fall mal mir ansehen:

http://www.compagnons-de-maguelone.org/index.php/Accueil

… und das Mittelmeer endlich vor mir sehen!

So, nun erstmal eine Toilette bei einem MC. D. aufsuchen. Boa war das voll hier um 12:30 🕧. „Gefühlt“ ganze Schulen plus Gendarmerie.

Dann ging es weiter zu einem Campingplatz, den ich mir bei ASCI rausgesucht habe. Er liegt direkt am Mittelmeer! „Beach Farret“, Chemin des Rosses, 34450 Vias.

Tja, nur geöffnet für Wohnmobile mit vollem „Funktionsumfang“, also Toilette, Zu- und Abwassertanks uws. Mich wollten sie nicht rein lassen, weil kein „echter Vollcamper“. Sollte 11€ pro Tag kosten. Sehr schön gelegen, direkt am Meer und am Canal du Midi. Schade, schade!

Also nochmals 50 Minuten bis zu diesem Campingplatz gefahren. Vorher aber angerufen, ob offen. Der ist nicht so wirklich prickelnd und kostet mit Strom, WiFi um die 18€ am Tag. Was recht teuer für französische Campingplätze in der OFF-Saison ist. Ankunft war so gegen 15:30 Uhr.

(Der „neue Stuhl“! —> „une catastrophe“!)

Auch hier wieder viele „Dauernutzer“, bzw. ihre eigenen, kleinen, Refugien aufgebaut und bewohnend.

Was ich nun mache, entscheide ich Morgen. Denn es sind nur noch ca. 130 Kilometer bis zu meinem vorher festgelegtem Zielpunkt 66650 Banyuls-sur-Mer 🇫🇷

17:45 Uhr.

Bettchen gemacht, Heizung angeschlossen und „Außenbeleuchtung“ aktiviert. Daunenjacke und Schal angezogen.

19:07 🕧 Bin in meinem Bett!

Bis Morgen!


11ter Tag (Dienstag 26.11.2019)

🏕☀️Camping Les Peupliers, 34440 Colombiers

Entschleunigung ist angesagt! Bleibe auch Heute hier.

War, wie gestern geschrieben, schon früh im Bett. Gegen Mitternacht aber nochmals wach. Dann bis 08:30 wieder im Bett. Sonne scheint. Gelegentlich Wolken.

Hier mal ein Blick in meine „Kombüse“, zur Frühstückszeit:

Nach dem Frühstück einen Supermarkt aufgesucht und ein wenig eingekauft. Es gibt hier einige Sehenswürdigkeiten, die ich Morgen aufsuchen werde, bevor ich weiter fahre.

Und genau bei „weiterfahren“ hakt es momentan bei mir. Die Campingplätze, die im Umkreis 200 km offen sind, taste ich gerade ab, ob sie mir gefallen. Denn am Meer, wie Gestern, ist mir schon aufgefallen, wie „Hypertouristisch“ diese Ecke von Frankreich so ist. Ich glaube, ich bewege mich eher ins Inland von Frankreich oder Spanien hier herum. Denn ich suche eigentlich Ruhe, Natur & einen schönen Ausblick. Wie zu merken, besuche ich auch keine größeren Orte. Meide sie sogar sehr bewusst.

Es ist Viertel nach Zwölf und die „festen Bewohner“ kommen zur Mittagspause nach Hause in ihr kleines Reich nun. Habe ich vor gut einer halben Stunde noch die Blätter von den Bäumen fallen hören, so rumort es nun überall an Stimmen und den Reifen der Autos auf den Schotterwegen.

Nun was „basteln“, da meine Frontverdunklung schon in der ersten Nacht meiner Tour sich „erledigt“ hatte. Sprich, die dünne Holzstange ist einfach durchgebrochen. Nun die Verdunklung weiter nach vorne gebracht mit einem Spannseil.

Übrigens, dies ist meine Kiste für alle Fälle: Motoröl, Batterieauflader mit Feststrom oder auch Powerbank. 25W Solarpanel, Beleuchtung, Taschenlampe, Arbeitshandschuhe, Seile, Spannbänder, Heringe, Waschmittel, Minilautsprecher und vieles, vieles mehr!

Es gibt hier noch ganze andere Formen eines „Lebens“, ohne Steinhäuser:

… und die „Waschplätze“ am Ufer des letzten Jahrhunderts:

… und die „Sperren“ für die vielen „Campingcars“ 😂:

… und Betoncontainer, die aussehen wie Wagons:

… und dann dies:

Einfach Himmlisch!

So, und nun mal die abendliche „Beleuchtung“ des Campingplatzes:

très sympa!


12ter Tag (Mittwoch 27.11.2019)

🚗🏕☀️🇫🇷 ➡️ 🇪🇸 Von 34440 Colombiers nach Camping l’Albera, 17750 Capmany, Spanien (~ 150 Kilometer)

Wieder Sonne! Die Temperaturen kletterten Heute rauf bis auf 19 Grad Plus.

Nach den üblichen, morgendlichen, Ritualen habe ich mich entschieden rüber nach Spanien zu fahren.

Was ich nicht wußte, dass ich somit auf einer der „Routes du Vin Corbiéres“ folge.

Mein erster, heutiger, „Abstecher“ sollte ja die gallo- römische Ausgrabungsstätte: Site and archaeological museum Ensérune, 34440 Nissan-lez-Enserune, Frankreich werden:

http://www.enserune.fr/

Pustekuchen! Geschlossen, auch der Zufahrtsweg, bis Februar 2020.

Also weiter Richtung Narbone, Perpignan, bzw. Fitou und Le Boulou.

(Manchmal sind die Wege wundersam 😂)

Oh, da sind ja nun die Pyrenäen! Ich sehe Schnee! 😂

An der Grenze Frankreich/Spanien, auf der spanischen N2, ist ganz schön viel „Verkehr“ auf der Nationalstraße. Hochhackige Lackschuhe mit kurzem Rock, oder doch direkt nur untenrum einen knappen Schlüpfer.

Alles mit Tempo 80 km/h betrachtbar 😳🤣

Nun bin ich auf diesem Campingplatz angekommen 🏕…

…und Ja, er hat, was ich suche! Alles da: Ruhe, viel Natur und eine gute Fernsicht.

Auf meiner heutigen Tour sind mir viele Camper entgegen gekommen. Viele mit französischem Kennzeichen, ein paar mit deutschen Kennzeichen. Hier auf diesem Campingplatz hat vor mir eine ältere Familie aus der Schweiz 🇨🇭 für nun 47 Tage „eingecheckt“. Die haben so ein Riesenwohnmobil, mit Anhänger und dort einen PKW drauf. Danach kam vor mir ein Engländer mit seinem Wohnmobil, aber ohne Zweitauto!

Fast alle Camper kommen aus D, NL, GB oder F hier. Ein paar „Mobilhomes“ sind auch bewohnt. Aber so, wie in Frankreich erlebt, hier nicht.

Es hat sich „zugezogen“. Also nix mehr Sonne direkt nun um 15:02 🕧

Werde gleich mal was mir kochen!

Schwere Entscheidung…

Entschieden!

Guten Appetit!


Nachtrag: Auf allen Campingplätzen hier auf meiner Tour mußte ich für’s WiFi „Vouchers“ kaufen, die meist schlecht „funzten“. Die Datenrate und LTE Verbindungen in F und bisher auch SP ist echt besser! Und im Vergleich sogar sehr viel günstiger!



13ter Tag (Donnerstag 28.11.2019)

🏕☀️ Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

Gestern mit untergehender Sonne gegen 18:30 Uhr mein Bett entdeckt. Und mit einer Unterbrechung bis 07:45 Uhr belegt. Irgendwie scheine ich ein größeres Schlafbedürfnis zu haben. Ist ja nicht die erste Nacht hier mit viel Schlaf.

Nach den üblichen, morgendlichen, Tätigkeiten, zuerst mal einen Spaziergang ins Dorf unternommen. Klein, aber sehr nett! Lebensmittelgeschäft und Restaurants entdeckt. Mal sehen, heute Abend!

Die vielen Findlinge hier überall erzählen ihre Geschichte über Eiszeiten!

Viele der Camper hier nutzen diesen, sehr ruhig und in eine schöne Landschaft eingebetteten, Campingplatz, als „Zwischenstopp“ auf ihrem Weg von und nach Südspanien/Portugal. Aber ebenso gibt es hier etliche Menschen, die sich wohl längerfristig wohl hier „festgebissen“ haben.

Wir haben gerade mal 10:45 Uhr. Sitze im T-Shirt unter meiner heute Morgen angebrachten Plane, weil die Sonne so knallt. Und schaue auf Oliven- und Weinfelder. Musik ist an. Später mal Wäsche waschen gehen.

Bitte verzeiht, was Kortison so aus einem macht… unter anderen „Veränderungen“ ein Mondgesicht und täglich wechselnde Hautirritationen:

Was man so Alles träumt… Letzte Nacht unter Anderem: Alle Reifen von Carl über Nacht platt.

Mir kam gerade ein außergewöhnlicher Gedanke: Da mich mittelfristig nichts mehr in Lemiers oder Aachen festhält: Warum nicht hierhin ziehen? Denn genauer betrachtet ist meine jetzige Reise in einer gewissen Weise eine Flucht, vor etwas, was auf dem Klärungsweg schon ist. Aber das Haus in Holset ist einfach zu groß für mich Alleine und es verbinden mich zu viele Gedanken/Gefühle mit Diesem.

Nun ist mir auch klar, was in diesem deutschem Pferdeanhänger auf dem Nachbarstellplatz so los ist! 😂 Viele Pferdestärken.

Werde, wenn der Fahrer zurück ist, mal versuchen Kontakt aufzunehmen…


Kommen wir zurück auf mein Thema „Loslassen“ vor etlichen Tagen hier. Falsch!

Es ist nicht loslassen, es ist mit vielen Erinnerungen ein „gehen lassen“, ob Aktiv oder Passiv!

Ich versuche mich mal so diesem „Begriff“ zu nähern. Loslassen, bedeutet etwas ist angebunden und/oder nIcht selbständig, also bisher abhängig.

Stimmt, rechtlich, betrachtet für meine Buchhandlung, bis Jennifer Zeppenfeld diese übernommen hat. Stimmt ebenso noch für mein Haus und Grundstück in Holset. Aber die Gefühle und Erinnerungen mit diesen beiden „Objekten“ bleiben mir einfach so erhalten. Diese Objekte haben keinen eigenen Wunsch auf Interaktion mit mir.

Anders zu den mir ehemals oder momentan verbundenen Menschen. Hier ist es sehr viel Komplexer. Da hier vergangene und gegenwärtige Gefühle, Gedanken, Gespräche und gegenseitige Gegebenheiten immer im Wechsel zueinander agieren. Selbst über drittbeteiligte Menschen wirkt dies nach. Es ist Interaktion auf vielen Ebenen.

Am schwersten fällt mir der Abschied von meiner zweiten Ehe. Anders als nach der Ersten, habe ich mich, nach Loslösung, nicht ins „Leben“ nach einer Weile mich zurück gestürzt. Anfängliche Versuche haben ich recht schnell wieder eingestellt und dann kam ja auch meine Erkrankung.

Die, wenn ich es recht betrachte, ja auch mit unserem Bruch wohl sicherlich zusammen hängt.

Ende August, Anfang September 2019 hatte ich das Gefühl zu sterben, so geschwächt war ich. Zwei Ärzte haben dies, neben meiner Autoimunerkrankung meiner Lunge, erkannt und dafür gesorgt wieder auf die Beine, im wahrsten Sinne dieser Worte, zu kommen.

Wenn ich nun an all die weltweit unterversorgten Kriegsgefangenen, gesellschaftlich „Ausgeschlossen“ und „Verachteten“ so denke, oder die auf der Flucht sind, sowie auch wegen, mangelnder Vitaminversorgung, ähnliches mit ihrem Körper erleben! OH Gott! Was tun wir uns an?

Wir haben nur ein Leben! Momentan Danke ich für all die Hilfe, die ich erfahren habe in den letzten Monaten, um hier an den Füßen der spanischen Pyrenäen im Moment, Ende November 2019, zu sein. Mit Sonne. Allen Dank hierfür!


14ter Tag (Freitag 29.11.2019)

🏕☀️ 🌥 Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

Mein deutscher Nachbar, der mit seinem Motorrad aus dem Pferdeanhänger kam, den habe ich nach seiner Rückkehr begrüßt und ein wenig mit ihm geplaudert. Er ist seit Mai 2019 hier. Zuerst hat er seinen Wohnwagen hierher gebracht. Dann den Pferdeanhänger mit Motorrad. Er zahlt 1.250€ dieses Jahr für seinen Stellplatz hier. Ab und wann fährt er auch zurück nach Deutschland. Er hat sich für hier entschieden wegen Ruhe, der Natur und diesem besonderen Campingplatz in dieser katalanischen Gegend.

Gerade hatte ich eine längeren Unterhaltung mit einem älteren Ehepaar aus Montabaur, die auf der Heimfahrt von Südspanien hier, durch Zufall, Zwischenstation mit ihrem Wohnmobil machen und auch sich dazu entschieden haben ein paar Tage hier zu bleiben. Sie hatten wohl heute Morgen eine Unterhaltung mit niederländischen Campern, neben sich, die auch schon 3 Monate nun hier sind. Sie warnten mich vor Frankreich am 5. Dezember = Generalstreik, landesweit.

Ok! Habe mich entschieden hier auf nun unbefristete Zeit zu bleiben und mir ein Mobilhome „geleistet“. Knapp über 30€ pro Tag für all den Luxus ausgehandelt.

Es gibt nicht viele freie Mobilhomes hier. Die meisten sind Eigentum und meist von Engländern, die wegen dem anstehenden Brexit verunsichert sind und nun ihre Mobilhomes verkaufen wollen. Kaufpreis so um die 10T€, zuzüglich Jahrespacht von 2T€ für die Parzelle. Sagen wir mal auf 5 Jahre mit Restverkaufswert 5T€ für den Trailer = 15T€/5/12 = 250€ im Monat, plus Strom/Wasser…. Mit Schwimmbad! Überlegenswert!

Zumal mit z.B. diesem Ausblick:


Gehe wohl später runter ins Dorf zum Essen!


Nein, dies geht wohl in D überhaupt nicht mehr:

Einen Kaffee vorher. Eine Flasche Wein. Dann ein Menü, mit Vor- & Hauptspeise (eine dicke Scheibe Thunfisch, gebraten!) sowie Nachspeise und dann erneut einen Kaffee = 18,00 €

Sehr OK! Wieder kleine, weiße Bohnen, diesmal in Eiern „verpackt“!


15ter Tag (Samstag 30.11.2019)

🏡🌥 Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

Erst mal ein wenig neidisch hier machen, am 30.11.2019. Morgen ist der erste Advent!

Heute Morgen im kleinen Dorfladen eingekauft. Es wird später Heute Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Salami geben. Dazu einen Tomatensalat. Ferner dort auch einen Rotwein aus hiesigem Anbau erworben. Mal später testen, wie der so mundet.

(Links, im Laden, geht’s in die Bar!)

Dann habe ich mich auf den Weg gemacht den Dolmen und Menhir von Querafumat ausfindig zu machen… Habe es auch geschafft. Die letzten 500 Meter aber zu Fuß lieber gegangen, da mein Carl ja nicht wirklich ein Geländewagen ist. Ein bisschen aber schon. Also so gegen 3.000 vor Christi war hier schon was los!

Bei so vielen Findlingen hier in dieser Landschaft, ist es nicht einfach was zu finden, was auch irgendwie ähnlich ist.

… ein wenig „größer“ hätte er ja schon sein dürfen! Aber wovon rede ich Schwächling!

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Dolmen_del_Quer_Afumat

Zwei Impressionen aus dem Dorf:

Nun nochmals zurück zu gestern Abend. Das „Bürgermeisterhaus“ oder der Sitz der „Ortsverwaltung“ ist in vielen Fenstern mit der gelben Schleife geschmückt und über dem Torre, der ehemaligen Festung im Dorf, weht die katalanische Fahne. Also selbst hIer, in einem so kleinen Dorf, wirkt der Freiheitskampf der Katalanen gegen ihre spanische Zentralregierung. Übrigens, auf französischer Seite hier unten sind die Orts- und Stadtnamen auch Zweisprachig (französisch und katalanisch) und wie in den deutsch-belgischen Gebieten ist meist der französische Stadtnamen mit Spraydosen geschwärzt worden.

Es sind ganz schön viele Rentner mit ihren „Gespannen“ in Europa so unterwegens! Ich, in einer gewissen Weise, ja auch.

… und eine neugierige Nase nun vor meinem Mobilhome:



Auffällig ist hier auch die „Rottenbildung“ der Camper nach Herkunftsländern. Gleich und gleich, von den Länderkennzeichen her, stehen hier fast immer nebeneinander!


So, nun mal die Tello-Drohne aufladen, damit ihr noch einen besseren Überblick vom Campingplatz bekommt:


Da mein angemietetes Mobilhome ja in der Nähe der Rezeption dieses Campingplatzes ist, habe ich eine Konversation gerade aufgefangen:

Sie, die den Campingplatz schon mal „vor-inspiriert“ hat, während er sich, seine Frau und das mitgeführte Wohnmobil halt anmeldet, kommt zurück und sagt zu ihm spontan: „Hast Du wieder einen Campingplatz gekauft!“ Er murmelt nur. Dann erneut sie zu ihm: „Pass ja auf, hier gibt es sehr viele tiefe Dellen und keinen Asphalt!“ Eine Ehe kann ja so entspannt sein auf 2,2*6,9qm! 😂😱🤣


17:06 ➡️ …pro halbe Stunde kommt nun eine Wärmedämmung zur Nächsten!


16ter Tag (Sonntag 01.12.2019)

🏠 🌧🌤🚗🇪🇸🇫🇷🇪🇸Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

In der Nacht fing es an zu regnen. Als ich aufstand hatte es sich gut eingeregnet. Ein Minicamper hat viele Vorteile, bei Regen leider nicht so, zumal mit Heckküche. Also froh ein Mobilhome gemietet zu haben.

Was macht man an einem Regentag? Auf‘s Sofa setzen und lesen! Ja, wäre eine Möglichkeit. Ich habe mich aber entschieden nach Banyuls sur Mer zu fahren. Denn dies war ja mein selbstgestecktes Ziel laut Reisevorbereitung. Also auf!

Es gibt ja Straßen, da könnten auf den zwei Spuren 4 Autos locker nebeneinander her auf gleicher Höhe fahren. Ich musste mich ja wieder für den „Kitzel“ entscheiden.

Die Strecke führte auf kleinen „Nebenstraßen“ bis hoch zum col de Banyuls auf spanischer Seite. Dann ging es aber so was von serpentinenhaft auf französischer Seite wieder runter! So schmal die Straße, dass ich an 3 Kehrtwenden es mit der Angst bekam, entweder in die Tiefe zu stürzen oder mit der rechten Bodenplatte des Autos aufzusetzen. Wow, es waren ein paar dramatische Minuten. Aber geschafft. Nicht wirklich für die heutigen, großvolumigen, Autos ausgelegt. Eher für die Autogeneration 1960+ und kleinem Geldbeutel.

(Ganz in der Ferne ist das Mittelmeer!)

In Banyuls sur Mer erst mal nen Café getrunken. Dann ging es südlich am Mittelmeer wieder zurück über Cerbère, Portbou und Llançà zu meinem Campingplatz. Welch ein Schmauß an Ausblicken und Serpentinen! Und die Landschaft hier! Einfach grandios!

Das Wetter wird auch wieder viel besser am 1.Advent! Sitze nun wieder auf meiner Veranda und genieße die Sonne und den Rotwein, den ich Gestern gekauft hatte.

Es beschäftigt mich schon, was ich mit meiner Zukunft so mache. Wenn ich hier so sitze und auf diese Landschaft so schaue, die Sonne im Rücken, dass Rauschen des Windes in den Kiefern/Zedern (?) wahrnehme, dann kommt ein „Hierbleiben“ in meine gefühlsmäßige Lebenswelt…


Eine Geschichte von „Früher“

Gestern ging mir eine Begebenheit aus fast vor 20 Jahren durch den Kopf. Bin ja nicht seit den letzten 3 Jahren „Camper“. Mit meiner ersten Frau und unserem gemeinsamen Sohn sind wir öfters am Gardasee (Ostseite) gewesen. Zuerst mit Zelt. Ich glaube bei unserem zweiten oder dritten Aufenthalt sprang uns ein Angebotsschild für einen Caravan in unsere Augen. Kaufpreis: 1.000.000 Lire besagte das Angebot.

Die Campingplatzbetreiber befragt, wo der denn wäre, so erhielten wir die Auskunft, das der ca. 5 Kilometer entfernt auf einem Bauernhof stehen würde. Also wir hin. Gefunden! Aber „reinsehen“ ging nicht. Außen der „Schick“ der 1980er Jahre. Innen bestimmt auch. Französisches Modell mit belgischem Nummernschild. Also die Nummer in England zum Angebot angerufen. Es war die Tochter. Vater letztes Jahr verstorben. Mutter will nicht mehr dahin fahren. Also auf gut Glück den Caravan für umgerechnet 800 DM erworben. Dann im Sommer runter und der Bauer hat den Wohnwagen auf unseren gebuchten Stellplatz gestellt. Anhängerkupplung hatten wir keine an unserem Rover 75.

Dann Schlüssel gezückt und geöffnet. Viele Konserven, Bierdosen und so weiter der vergangenen Jahre und den Schick in Braun/Grün der 1980er Jahren vorgefunden. Unseren Sohn haben wir dann erstmal „Trödelmarkt“ aus den Beständen machen lassen, vor dem Stellplatz. Soweit, so gut. Es waren sehr angenehme Wochen. Wir mußten zurück. Also der Bauer holte den Wohnwagen wieder ab.

Ein Jahr später wieder runter. Ich glaube es war knapp in der Mitte unserer Ferienwochen. Es war ein sehr heißer, schwüler Tag. Auch des Nachts wollte es nicht abkühlen. Spät gegen 1 oder 2 Uhr hörten wir im Norden, also an den Hängen der Alpen, ein Gewitter aufkommen. Und dann kam der Orkan von Westen her mit solch einer Wucht und mit Hagel, fast Tennisballgröße! Ich versuchte das Vorzelt, welches dem Orkan ausgesetzt war, abzubauen. Keine Chance! Mutter und Sohn hatten tierisch Angst um mich und auch um sich. Es war, als würden Kugeln den Wohnwagen durchbrechen wollen. Der Campingplatz war komplett dunkel, da schon überall der Strom ausgefallen war. Also in den Wohnwagen und gehofft es würde bald vorbei sein. Unser Rover 75 war direkt hinter dem Wohnwagen, seitlich, geparkt. Der Wohnwagen mit dem schon zerrissen Vorzeit beugte sich, durch diesen Sturm, immer mehr zum Auto rüber. Nach gefühlt einer halben Stunde war alles vorbei. Wir, wie alle anderen Camper halt raus mit Taschenlampen. Es war verheerend!

Und dann, 20 Minuten später, ging es wieder los! Diesmal aus Osten kommend und unseren Camper gegen den Abhang, vor uns zum See hin, drückend. Wieder eine kurze Zeit später war alles vorbei. Aber raus gingen wir nicht, bis es hell wurde.

Dann konnten wir den Totalschäden überall bestaunen. Die Boote am See waren in Klumpen verhakt an Land gespült worden. Zum Teil kopfüber, auf anderen liegend. Oder kielober halb im See versunken. Alle Wohnwagen, Wohnmobile und Autos waren entweder beschädigt oder hatten eine übersäte „Haut“ mit tiefen Beulen. Etliche Fahrzeuge keine Frontscheiben mehr, oder Seiten- bzw. Rückfenster fehlten. Ein Nachbar, neben uns, ist ein entwurzelter Baum auf den Wohnwagen geknallt und einer weiteren Nachbarsfamilie, die mit Zelt unterwegs waren, hatten überall blaue Flecken, da sie versucht hatten sich und ihr Zelt in dieser Nacht zu behalten.

Wir, also meine kleine Familie, hatten etliche Jahre tiefen Respekt vor Unwettern und jedesmal Angst. Ich glaube unser Sohn am Längsten.

Unser Vorzelt war dahin. Ferner die Dachluke vom Wohnwagen.

Ein Jahr später haben wir den Wohnwagen an ein junges Pärchen gegen Ende unseres Urlaubes verkauft. Er hatte eine Bäckerei im angrenzenden Ort zum Campingplatz als gelernter Bäcker aufgemacht und handelte nebenbei auch noch mit gebrauchten Vespas, die er in Italien aufkaufte und zum Weiterverkauf nach Deutschland durch Freunde schaffte.


17ter Tag (Montag 02.12.2019)

🏠 💨🌤🚗🇪🇸🇫🇷🇪🇸Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

Ich habe Schnee gesehen!

Gestern Abend, nach dem Essen im Restaurant „El Fort“, saß ich noch für eine Zigarette vor meinem Trailer. Dann kam ein „Guten Abend!“ aus dem Dunklen an mein Ohr. Es war ein älterer Herr und seinem Wuffi, mit Namen „Rambo“. Ich erwiderte den Gruß und schon begann eine Tirade von deutschen „Wutbürgersätzen“. Er beruhigte sich aber bald wieder und so lud ich ihn dann ein sich mit an den Tisch meiner Terrasse zu setzen.

Er erklärte mir so einiges aus.der Gegend hier. 87 ist er und seine Frau 91. Sie kommen seit vielen Jahren hier hin und bleiben in ihrem „Dauerwohnwagen“ immer so um diese Jahreszeit bis in den Juni des Folgejahres. Dann ist es ihnen hier zu heiß. Ich fragte ihn „Warum hierher?“. Seine Antwort war: „20 Minuten fahrt bis zum Meer und 0 Minuten in eine grandiose Landschaft und in den Pool, wenn das Wetter hierzu angenehm ist!“ Er erzählte mir was von einem Stausee hier in der Nähe. Genau den hatte ich ab 9 Uhr Heute dann auf meiner „ToDo-Liste“.

Irgendwie scheine ich bestimmte „Gegebenheiten“ auszulösen. Gestern schrieb ich hier von einer Naturerfahrung aus meiner/unserer Vergangenheit und diese Nacht fing es heftig an zu stürmen. Kalt, eisiger Wind aus Norden. Da wo die Hochpyrenäen sind. Also beste Voraussetzung für einen weiteren Ausflug mit immer heftigen Böen.

Kurz vor dem Stausee entdeckte ich in der Ferne die Hochpyrenäen. Mit Puderzucker bestreut! Quatsch, natürlich Schnee! Dies reizte mich nun noch mehr als der Stausee. Trotzdem erstmal an den See gefahren.

Und dann ging es auf der GI503 durch unendlich viele Korkeichenwälder mit vielen Kurven hoch bis auf 824 Meter. Und siehe da, ich war schon wieder in Frankreich. Diese Strecke ist ein Geschenk für jeden Motorradfahrer! Und so war es nicht verwunderlich, dass mir an die 20 Motorradfahrer auf meiner Tour von Darnius, über Maçanet nach Coustouges begegneten. Ungefährlich ist es aber auch nicht! An einer Kurvenecke grasten zwei braune Kühe direkt neben der Straße. 2 Minuten später stand eine Ziege auf meiner Fahrbahn und war nicht bereit sie frei zu geben, sondern stelle sich mir, bzw. Carl, mit ihrem Gehörn erstmal entgegen. Die Schneeberge gehören übrigens zum französischen „Massiv du Canigou“ (2.784 Meter hoch!).

Nun nochmals zu gestern Abend. Wie eventuell bekannt, ich war wieder essen im Restaurant „El Torre“. Als Vorspeise gab es „Kartoffel-Eierkuchen“ (bei uns eher als Tortilla bekannt) mit Salat. Als Hauptspeise gegrillte Schweinsbacke mit selbst gemachten Kartoffel Chips. Sehr lecker!

Ich bedankte mich bei der Eignerfamilie fürs gute Essen. Mutter ist die Köchin, Sohn1 &2 wechseln sich ab. Tochter ist mehr „Madame“ & noch sehr jung 😂. Haben dann ein wenig „geschwatzt“. Ich lobte diese Landschaft und den Ort. Sie verstehen nicht, wieso so viele Touristen nur eine Nacht von Nord nach Süd, oder umgekehrt, hier verharren.

Den Rotwein, den ich zum Essen hatte, kam auch aus diesem Dorf. Aber mit seinen vierzehn Volumenumdrehungen war der mir dann doch ein wenig zu gefährlich um noch heile nach Hause zu kommen. Zumal ein Teilweg zwischen Dorf und Campingplatz gar nicht beleuchtet ist. Und hier ist Nacht wirklich Nacht, wenn der Mond nicht anwesend ist!

Oliven*, Nachts auf einem Anhänger! Es war sehr Dunkel! *Es ist Erntezeit für Oliven nun.


Wünsche Allen eine gute Nacht!

Es gab Fusilli No. 22 mit „fast“ Carbonara und Musik!

Ist noch Etliches für schnelle Gäste übrig!


18ter Tag (Dienstag 03.12.2019)

🏠 ☁️ 🚗Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

Der starke Wind hat sich gelegt. Dafür sind aber die Temperaturen gefallen und es hat sich gut zugezogen.

Heute Morgen wollte ich Figueres besuchen und den Aufenthalt mit einem Bankautomaten verbinden, denn hier im Dorf gibt es keinen.

Moa! War dass Voll und Eng dort! Bin wieder raus gefahren, auch weil die Parkplatzfrage einfach für mich nicht lösbar schien. Also in ein anderes Dorf mit Geldautomat gefahren und wieder Schnee gesehen.

Nun zu zwei anderem Themen: Einsamkeit und Reisen.

Von etlichen Menschen aus meinem Umfeld werde ich gefragt „Ist Dir dass Alles nicht zu Einsam?“ Im Moment kann ich darauf nur antworten: „Nein!“ Ich bin täglich mit den Eindrücken hier beschäftigt oder denke über die wenigen Konversationen nach, die ich hier so führe. Ferner lebe und arbeite ich ja auch in meiner „Jetztwelt“, was ich da noch so Alles demnächst zu regeln habe: Scheidung, Haus in Holset, Erkrankung… Hinzu kommen die Lebenserinnerungen, denen ich bei mehr Ruhe als im Alltag, nun auf einmal wieder sehr viel präsenter einem werden. Also meine Tage sind gefüllt. Noch jedenfalls. Wie an anderer Stelle schon mal geschrieben, zuviel Mensch vertrag ich eh nicht zur Zeit.

Nun zum zweiten Thema: Tägliches Reisen. Meine Ausgangsidee war ja Europa mit einem (Mini)Camper zu erkunden. Im Inneren, zu dieser Vorstellung, war ich jeden Tag auf Achse und des Nachts zum schlafen eben mit diesem auf einem Campingplatz meiner Wahl. Und am nächsten Tag geht es so weiter. Und immer so weiter.

Aber genau auf diesem Campingplatz mit dieser Umgebung kommt ein nächster Seelenwunsch ins Spiel: Verharren und in dieses Gebiet „eintauchen“. Ja ich kam sogar in Versuchung hier ein angebotenes Mobilhome zu erwerben um mich hier „nieder zu lassen!“ Nein, so wird es nicht kommen. Ich habe mich entschieden mich treiben zu lassen. Sprich gefällt es mir irgendwo sehr gut, dann bleibe ich auf unbestimmte Zeit, bis ich wieder weiter ziehen möchte und ich, eventuell Tage später, wieder eine solche “Seelenecke“ entdecke und wieder auf unbestimmte Zeit dort bleiben werde. Ob in Carl oder einem angemietetem Mobilhome kommt dann immer auf die erwünschten Bedürfnisse und meinen Geldbeutel an.

Ein Drittes an diesem Tage noch: Die „innere Struktur“ von Carl. Ich bin ja bisher ein begeisterter Freund der QUQUQ Box für einen Minicamper. Bin ja auch nicht „sooo“ der DIY „Bastelfreund“. Sie hat nur, bezogen auf bestimmte Temperaturen zu bestimmten Jahreszeiten, ihre Nachteile durch die außen liegende Heckküche. Ein schmaleres Bett und die Küche innen liegend, würde mehr Freude am ersten Kaffee, nach einer angenehmen Nacht, einfacher mit sich bringen. Morgens, nach dem schlafen, mit Daunenjacke und Stetson am Heck von Carl auf der Wiese zu sitzen und der Espressomaschine zuzusehen, wann sie vom Butangas „Bueno“ wird, ist nicht ganz so prickelnd.


19ter Tag (Mittwoch 04.12.2019)

🏡🌧 Camping l’Albera, 17750 Capmany 🇪🇸

Es hat sich über Nacht „festgeregnet“.

Macht gar keine Laune zu irgendwelchen Unternehmungen. Ich glaube es wird ein „Homeday“.

Morgen Vormittag ziehe ich dann weiter. Knobele gerade so rum, wie ich fahren möchte. Laut Michelin Straßenkarte wäre es gut ab Pergignan die D117, dann ab Quilan die D118 nach Carcassonne zu nehmen. Von dort die D118 weiter nach Mazamet. Damit ich über Castres bis zur Stadt Albi komme um dort mir einen Schlafplatz zu suchen. Laut Michelin eine landschaftlich besonders schöne Autoroute.

Wer diesen Weg auf der Karte ansieht, der entdeckt, das ich mich somit wieder nordwärts bewegen werde.

Es sind Deutsche, Schweizer, Niederländer und Belgier die hier auf diesem Campingplatz meist „Zwischenstation“ machen. Etliche schon mit Kleinwagenanhänger hinterm Wohnmobil herziehend. Ein guter Anteil ist aber auch das „klassische“ Ensemble von Zugmaschine und Wohnwagen. Meine „Kategorie“, also der Minicamper, ist hier bisher nicht aufgetaucht. Ferner ist auffällig, wieviele dieser Camper ein oder mehr „Möppis“ dabei haben.

Gestern Abend wollte ich noch mal Essen gehen. „El Fort“ war zu. Schade! Also weiter in den Ort hinein, denn es gibt 3 Restaurants hier. Ah, beim zweiten Licht entdeckt und Gäste drin. Also immer rein in die gute Stube. Nach einem Abendessen gefragt. Die Antwort war niederschmetternd „Heute ist die Küche geschlossen! Versuchen sie es doch etwas weiter oben, gegenüber!“. Also auf! Und was sehen meine Augen? Ein weiteres dunkles Restaurant. Der ganze Ort hatte sich somit meinen Ausgeh-Essenswünschen widersetzt. Tja, längere Abendspaziergänge sollen ja gut für die Verdauung sein.

Gerade habe ich mein Mobilhome bezahlt um Morgen weiter zu fahren. Die Empfangsdame hatte Zeit zu reden und spricht gut Deutsch. Die Olivenernte, hier in der Region, wurde durch den Nord-Sturm der letzten 2 Tage stark geschwächt, da die Oliven nun auf dem Boden liegen. Ihr Mann arbeitet in den Niederlanden, ihr ältester Sohn studiert in Schweden. Ihre zwei Töchter leben noch mit ihr zusammen und sie und ihre zwei Töchter fliegen nächste Woche nach Eindhoven um den Papa und Ehemann, nähe Utrecht, zu besuchen. Soviel zum Thema Europa in Gänze.


Nun kommt einer der „Königsklassen“ an Campern hier an! Mittleres Busformat! 😳 ➡️ Grundausstattung ab 240.000€ = Morelo „Palace“:


… und nun noch ein „Kandidat“ unter der Rubrik „Sehr fett unterwegs!“


20ter Tag (Donnerstag 05.12.2019)

🚗☁️🏨 von 17750 Capmany 🇪🇸 nach 81000 Albi 🇫🇷 (ca. 300 Kilometer)

Früh aufgestanden. Mobilhome gesäubert. Dem Padrone des Schlüssel übergeben und gegen 09:00 🕘 aufgebrochen. Zuerst mal noch ins Dorf runter um Rotwein einzukaufen, für ein anstehendes Geburtstagsfest. Dann ging es los. Heute war mein bisher kurvenreichster Fahrtag. Und wieder unendlich viele Rebenfelder. Und „Cols“, sowie grandiose „Gorches“ gesehen.

Nach der spanisch-französischen Grenze ging es irgendwann ab auf die D1 von Pézilla-la-Rivèlle nach Estagel. Kleine Straße ab mit toller Landschaft.

Ab Estagel der D117 dem Maury Taleinschnitt folgend bis nach Quillan. Von dort der D118 nach Carcassonne folgend. Durch diese Stadt durch bis Mazamet. Von hier auf der D612 über Castres bis nach Albi.

Tla, offene Campingplätze gibt es hier weit und breit nicht. Habe ich nicht drauf geachtet. Also mir ein regionales Hotel rausgesucht. Hotel Brasserie Du Parc, 3 Avenue du Parc, 81000 Albi. 55€ pro Nacht.

Gleich gibt es Abendessen! Man gönnt sich ja sonst nix 😂. Kleinen Stadtbummel unternommen, bevor es mit dem Essen soweit ist. Und für meinen Sohn „irgendein cooles dekoratives Andenken von deiner Reise“ gefunden. Denn dies war sein Weihnachtswunsch an mich. Mal sehen, wie er zu Weihnachten so drauf reagiert 😉.

Albi ist mit knapp über 80.000 Einwohnern nicht riesig, aber wohl trotzdem ein Oberzentrum. Allein das Theater 🎭, welch ein architektueller Bau, mitten in der Stadt 😳!

Und Weihnachten wird hier auch glitzernd überall nun angekündigt. Selbst die Supermarchés haben nun im Eingangsbereich Weihnachtsbäume 🎄 im Angebot. Vor 8 Tagen war da noch nichts von zu sehen.



Für mehr Aktivität hier bin ich Heute einfach zu müde 💤 Schlaft Alle gut!


14 Antworten auf “Reise November/Dezember 2019”

  1. Lass dich treiben im schönen Frankreich.Es gibt noch viel zu entdecken.
    Waren vor 3 Jahren im Luberon. Bonnieux. Auf Campingplatz. Nur ein Tip.
    Alles Gute.

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  2. Das Kupplungsproblem kenne ich von meinem damaligen Berlingo. Ist wohl typisch für den Berlingo. Das Seil klemmt. Ich konnte es damals mit dem Fuß unter dem Pedal wieder hochhebeln. So bin ich ca. 1 Jahr damit gefahren, weil die Werkstätten das Problem nicht erkannten. Lösung: Kupplungsseil (35€) austauschen und hoffen, dass es dann erstmal wieder ne Weile fluppt.

    Liken

  3. Hallo Carl, unterhaltsam geschrieben! Das mit deiner Kupplung tut mir leit, nimms leicht den leider kennt jeder diese Momente, wenn er den das Glück hat ein Auto zu besitzen. 😉
    Freundliche Grüße M.K.

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